Du möchtest eine Immobilie in der Steiermark kaufen, bist beim richtigen Zeitpunkt aber unsicher? Dann lohnt sich zuerst ein Blick auf die verschiedenen Teilmärkte.
Inhaltsverzeichnis
Denn Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen entwickelten sich zuletzt sehr unterschiedlich. Zudem liegen zwischen Graz, seinem Umland und ländlichen Bezirken erhebliche Preisabstände.
Zwischen 2021 und 2025 stiegen steirische Grundstückspreise um 61,7 Prozent. Häuser verteuerten sich im selben Zeitraum um 10,9 Prozent. Dagegen sanken die durchschnittlichen Wohnungspreise um 3,5 Prozent.
Diese Zahlen liefern keine allgemeine Kaufempfehlung. Sie zeigen jedoch, wo Käufer aktuell besonders genau rechnen sollten.
Der steirische Immobilienmarkt im schnellen Überblick
| Immobilienart | Preis 2021 | Preis 2025 | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Grundstücke | 57 Euro/m² | 93 Euro/m² | +61,7 Prozent |
| Häuser | 2.183 Euro/m² | 2.421 Euro/m² | +10,9 Prozent |
| Wohnungen | 2.849 Euro/m² | 2.750 Euro/m² | -3,5 Prozent |
Die Zahlen zeigen den jeweiligen steirischen Median und keine konkreten Angebotspreise. Einzelne Objekte können deshalb erheblich über oder unter diesen Werten liegen.
Trotzdem lässt sich eine klare Tendenz erkennen: Bauland wurde zum stärksten Kostentreiber. Bei Wohnungen entwickelte sich der Markt dagegen schwächer.
Grundstück kaufen: In Graz bleibt Bauland besonders teuer
Wer ein Grundstück sucht, trifft in Graz auf den teuersten Bezirksmarkt. Im Fünfjahresschnitt 2021 bis 2025 kostete Bauland dort 430,30 Euro pro Quadratmeter.
In Graz-Umgebung lag der Durchschnitt bei 132 Euro. Damit kostete Grazer Bauland mehr als dreimal so viel.
Noch deutlicher fällt der Abstand zur Südoststeiermark aus. Dort zahlten Käufer durchschnittlich 35,70 Euro pro Quadratmeter.
Grundstückspreise nach Bezirk
| Bezirk | Durchschnitt 2021 bis 2025 | Änderung zur Vorperiode |
|---|---|---|
| Graz-Stadt | 430,30 Euro/m² | +19,0 Prozent |
| Graz-Umgebung | 132,00 Euro/m² | +0,7 Prozent |
| Liezen | 109,80 Euro/m² | -8,0 Prozent |
| Leoben | 83,50 Euro/m² | +26,3 Prozent |
| Murtal | 83,00 Euro/m² | +7,7 Prozent |
| Bruck-Mürzzuschlag | 79,00 Euro/m² | +14,7 Prozent |
| Leibnitz | 69,70 Euro/m² | -7,8 Prozent |
| Weiz | 68,00 Euro/m² | +21,6 Prozent |
| Deutschlandsberg | 64,90 Euro/m² | -0,8 Prozent |
| Voitsberg | 60,90 Euro/m² | -6,5 Prozent |
| Murau | 56,50 Euro/m² | +2,2 Prozent |
| Hartberg-Fürstenfeld | 39,70 Euro/m² | +1,5 Prozent |
| Südoststeiermark | 35,70 Euro/m² | -5,6 Prozent |
Für Grundstückskäufer ergibt sich daraus ein klares Bild. Günstigeres Bauland findest Du vor allem außerhalb des Grazer Zentralraums.
Allerdings darfst Du den Quadratmeterpreis nicht isoliert betrachten. Längere Wege, fehlende Infrastruktur und hohe Aufschließungskosten können den Preisvorteil rasch verkleinern.
Im Grazer Umland ist Bauland nicht automatisch günstig
Viele Käufer weichen wegen der hohen Grazer Preise ins Umland aus. Doch mehrere Gemeinden rund um Graz gehören selbst zur steirischen Spitzengruppe.
Unter den zehn teuersten Gemeinden liegen fünf Orte aus Graz-Umgebung:
| Gemeinde | Durchschnitt 2021 bis 2025 |
|---|---|
| Hart bei Graz | 258,80 Euro/m² |
| Seiersberg-Pirka | 247,00 Euro/m² |
| Stattegg | 222,10 Euro/m² |
| Feldkirchen bei Graz | 208,90 Euro/m² |
| Weinitzen | 208,90 Euro/m² |
Ein Umzug über die Grazer Stadtgrenze garantiert daher keinen günstigen Grundstückskauf. Besonders gut angebundene Gemeinden erzielen weiterhin hohe Preise.
Wer im Umland sucht, sollte deshalb mehrere Gemeinden miteinander vergleichen. Schon innerhalb von Graz-Umgebung unterscheiden sich Preise, Wege und Infrastruktur deutlich.
Die teuersten Grundstücke liegen nicht nur in Graz
Auf Gemeindeebene führt Altaussee die Rangliste an. Dort kostete Bauland durchschnittlich 542 Euro pro Quadratmeter.
Danach folgen Ramsau am Dachstein und Graz. Auch Schladming und Haus im Ennstal liegen deutlich über dem steirischen Durchschnitt.
Die zehn teuersten Gemeinden für Bauland
| Rang | Gemeinde | Bezirk | Preis pro m² |
|---|---|---|---|
| 1 | Altaussee | Liezen | 542,00 Euro |
| 2 | Ramsau am Dachstein | Liezen | 438,30 Euro |
| 3 | Graz | Graz-Stadt | 430,30 Euro |
| 4 | Schladming | Liezen | 293,80 Euro |
| 5 | Haus | Liezen | 279,10 Euro |
| 6 | Hart bei Graz | Graz-Umgebung | 258,80 Euro |
| 7 | Seiersberg-Pirka | Graz-Umgebung | 247,00 Euro |
| 8 | Stattegg | Graz-Umgebung | 222,10 Euro |
| 9 | Feldkirchen bei Graz | Graz-Umgebung | 208,90 Euro |
| 10 | Weinitzen | Graz-Umgebung | 208,90 Euro |
Damit entstehen zwei besonders teure Schwerpunkte: der Grazer Zentralraum und touristisch gefragte Gemeinden im Bezirk Liezen.
Für wen sich ein Grundstück außerhalb von Graz lohnen kann
Ein Grundstück in einem günstigeren Bezirk kann zu Dir passen, wenn Du flexibel arbeitest. Ebenso wichtig bleiben geringe tägliche Fahrtwege und eine passende örtliche Infrastruktur.
Besonders interessant können günstigere Regionen für Käufer sein, die:
- regelmäßig im Homeoffice arbeiten
- keinen täglichen Arbeitsweg nach Graz haben
- ein größeres Grundstück suchen
- langfristig in der Region bleiben möchten
- Schulen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort finden
Dagegen kann ein günstiger Quadratmeterpreis täuschen, wenn Du täglich weit pendelst. Dann steigen deine laufenden Auto-, Zeit- und Energiekosten deutlich.
Haus kaufen: Graz bleibt in allen Kategorien vorne
Bei Häusern führt Graz-Stadt jede untersuchte Preisgruppe an. Das gilt unabhängig von Bauperiode, Wohnfläche und Grundstücksgröße.
Hinter Graz folgen meistens Graz-Umgebung und Liezen. Je nach Hauskategorie erreichen auch Leibnitz, Weiz und Murau hohe Werte.
Außerdem zeigt die Untersuchung einen durchgehenden Effekt: Mit größerer Wohnfläche sinkt häufig der Quadratmeterpreis.
Ein größeres Haus wirkt dadurch pro Quadratmeter günstiger. Trotzdem kostet es insgesamt mehr und verursacht höhere laufende Ausgaben.
Beispiel: Neuere Häuser mit kleineren Grundstücken
Für Häuser ab Baujahr 1991 und weniger als 100 Quadratmeter Wohnfläche nennt die Statistik folgende Durchschnittswerte:
| Bezirk | Preis pro m² Wohnfläche |
|---|---|
| Graz-Stadt | 5.687 Euro |
| Murau | 3.893 Euro |
| Graz-Umgebung | 3.888 Euro |
| Deutschlandsberg | 3.709 Euro |
| Weiz | 3.705 Euro |
| Leibnitz | 3.680 Euro |
| Liezen | 3.633 Euro |
Diese Werte gelten für eine bestimmte Grundstücks- und Größenklasse. Sie zeigen jedoch, wie stark Baujahr und Wohnfläche den Preis beeinflussen.
Für wen ein Hauskauf außerhalb von Graz sinnvoll sein kann
Ein Haus außerhalb des Zentralraums bietet häufig mehr Fläche für dasselbe Budget. Besonders Familien können dort größere Grundstücke und zusätzliche Zimmer finden.
Dieser Vorteil passt vor allem zu Dir, wenn Du:
- mehrere Schlafzimmer brauchst
- einen Garten fest einplanst
- langfristig bleiben möchtest
- Sanierungen realistisch kalkulierst
- nicht täglich ins Grazer Zentrum fahren musst
Allerdings solltest Du bei älteren Häusern den Zustand genau prüfen. Eine günstige Immobilie kann durch Dach, Heizung oder Dämmung erheblich teurer werden.
Wohnung kaufen: Hier haben Käufer eher Verhandlungsspielraum
Eigentumswohnungen entwickelten sich anders als Grundstücke und Häuser. Ihr steirischer Median sank zwischen 2021 und 2025 um 3,5 Prozent.
Das bedeutet nicht, dass jede Wohnung billiger wurde. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass Verkäufer Preise nicht überall problemlos erhöhen konnten.
Für Käufer kann das einen besseren Verhandlungsspielraum schaffen. Besonders gebrauchte Wohnungen sollten deshalb sorgfältig mit ähnlichen Angeboten verglichen werden.
Graz führt bei älteren Wohnungen
Bei Wohnungen bis Baujahr 1990 erzielt Graz meist die höchsten Quadratmeterpreise. Das gilt für Objekte mit und ohne Außenfläche.
Bei Wohnungen ab Baujahr 1991 liegt dagegen häufig Liezen vor Graz. Vor allem touristisch gefragte Orte treiben dort das Preisniveau.
Neuere Wohnungen ohne Außenfläche
| Bezirk | Unter 58 m² | 58 bis 78 m² | Über 78 m² |
|---|---|---|---|
| Liezen | 4.722 Euro/m² | 4.063 Euro/m² | 4.081 Euro/m² |
| Graz-Stadt | 3.861 Euro/m² | 3.539 Euro/m² | 3.768 Euro/m² |
| Graz-Umgebung | 3.153 Euro/m² | 2.763 Euro/m² | 2.819 Euro/m² |
| Weiz | 2.921 Euro/m² | 2.636 Euro/m² | 2.493 Euro/m² |
| Leibnitz | 2.790 Euro/m² | 2.760 Euro/m² | 2.685 Euro/m² |
Liezen eignet sich daher nicht automatisch als günstige Alternative. Bei neueren Wohnungen können touristische Gemeinden sogar über Graz liegen.
Balkon, Terrasse und Garten kosten meist extra
Wohnungen mit nutzbarer Außenfläche erzielen oft höhere Quadratmeterpreise. Dazu zählen Balkone, Terrassen und Eigengärten.
Allerdings hängt der Aufpreis stark von Baujahr, Region und Wohnungsgröße ab. In Graz und Liezen fällt er bei neueren Objekten häufig besonders deutlich aus.
Eine Außenfläche kann sich für Dich lohnen, wenn Du sie regelmäßig nutzt. Kaufst Du ausschließlich wegen eines möglichen Wiederverkaufs, solltest Du den Aufpreis kritischer prüfen.
Für wen eine Eigentumswohnung derzeit interessant sein kann
Der leichte Preisrückgang macht Wohnungen für bestimmte Käufergruppen besonders interessant. Dazu gehören Menschen mit langfristigem Wohnbedarf und stabiler Finanzierung.
Eine Wohnung könnte zu Dir passen, wenn Du:
- in Graz oder einer Bezirkshauptstadt bleiben möchtest
- weniger Fläche als bei einem Haus brauchst
- kein Grundstück bewirtschaften willst
- ein Objekt mit überschaubarem Sanierungsbedarf findest
- mehrere vergleichbare Angebote prüfen kannst
Auch Kapitalanleger können auf fallende oder stabile Preise achten. Allerdings entscheidet dabei vor allem die erzielbare Nettomiete, nicht der Kaufpreis allein.
Tourismus kann Immobilienpreise regional erhöhen
Die Landesstatistik fand einen positiven Zusammenhang zwischen Übernachtungen und Grundstückspreisen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt in Liezen, Murau und der Südoststeiermark.
Allerdings gilt dieser Zusammenhang nicht überall. In Gemeinden nahe Graz können Infrastruktur und Stadtnähe wichtiger wirken als Tourismus.
Auch Bevölkerungswachstum, Pendlerzahlen und Erwerbstätigkeit hängen statistisch mit höheren Grundstückspreisen zusammen. Eine Korrelation beweist jedoch keine eindeutige Ursache.
Für Käufer bedeutet das: Ein beliebter Ferienort bleibt nicht automatisch eine sichere Investition. Ebenso garantiert eine wachsende Gemeinde keine weiteren Preissteigerungen.
Wo lohnt sich der Kauf für welchen Käufertyp?
| Käufertyp | Eher passende Region oder Immobilienart | Wichtigster Punkt |
|---|---|---|
| Stadtmensch mit kurzem Arbeitsweg | Wohnung in Graz | Lage gegen Kaufpreis abwägen |
| Familie mit höherem Platzbedarf | Haus außerhalb von Graz | Pendelweg und Infrastruktur prüfen |
| Bauwillige mit flexiblem Wohnort | Grundstück in günstigeren Bezirken | Aufschließung und Zufahrt prüfen |
| Homeoffice-Haushalt | West-, Ost- oder Südsteiermark | Internet und Nahversorgung vergleichen |
| Käufer einer Ferienwohnung | Liezen oder Murau | Touristische Nachfrage nicht überschätzen |
| Preisbewusster Wohnungskäufer | Gebrauchte Wohnung außerhalb der Spitzenlagen | Sanierungsstand und Rücklage prüfen |
| Langfristiger Grazer Käufer | Bestandswohnung statt Baugrund | Mehr Angebote vergleichen |
Graz oder Umland: Was passt besser?
Graz bietet kurze Wege, gute öffentliche Verbindungen und eine hohe Nachfrage. Dafür zahlst Du bei Grundstücken, Häusern und vielen Wohnungen hohe Preise.
Graz-Umgebung bietet oft mehr Fläche und ruhigere Wohnlagen. Allerdings liegen mehrere Gemeinden preislich bereits weit über dem steirischen Durchschnitt.
Weitere Bezirke können deutlich günstiger ausfallen. Dafür steigen häufig Fahrzeiten und laufende Mobilitätskosten.
Eine einfache Preisfrage reicht deshalb nicht. Du solltest Kaufpreis, Kreditrate, Fahrtkosten und Zeit gemeinsam betrachten.
Solltest Du jetzt kaufen oder noch warten?
Der richtige Zeitpunkt hängt weniger vom Gesamtmarkt als von Deiner Situation ab. Ein kleiner Preisrückgang hilft wenig, wenn die Finanzierung nicht dauerhaft trägt.
Ein Kauf kann sinnvoll sein, wenn:
- Du langfristig in der Immobilie bleiben möchtest
- die monatliche Belastung ausreichend Spielraum lässt
- Lage und Größe mehrere Lebensphasen abdecken
- keine teuren Sanierungen verborgen bleiben
- der Preis zu vergleichbaren Verkäufen passt
Mehr Vorsicht brauchst Du, wenn Du fast dein gesamtes Einkommen verplanst. Gleiches gilt bei unsicheren Arbeitswegen oder ungeklärten Sanierungskosten.
Auf schnelle Preisgewinne solltest Du nicht setzen. Kaufnebenkosten und Kreditzinsen können kurzfristige Wertsteigerungen rasch aufzehren.
Wo Käufer derzeit genauer verhandeln können
Bei Wohnungen spricht die steirische Gesamtentwicklung eher für Verhandlungsspielraum. Besonders lange inserierte oder sanierungsbedürftige Objekte verdienen einen genauen Preisvergleich.
Bei Grundstücken bleibt die Lage schwieriger. In Graz, seinem Umland und touristischen Gemeinden treffen Käufer weiterhin auf hohe Preise.
Bei Häusern entscheidet vor allem der Zustand. Ein hoher Sanierungsbedarf kann einen deutlichen Preisabschlag rechtfertigen.
Was die Durchschnittspreise nicht zeigen
Die Daten beruhen auf tatsächlichen Käufen zwischen 2021 und 2025. Bei wenigen Verkäufen fasst die Statistik teilweise mehrere Gemeinden zusammen.
Außerdem beeinflussen Fläche, Baujahr, Grundstücksgröße und Außenflächen die Werte. Daher bildet ein Gemeindedurchschnitt niemals den exakten Wert eines einzelnen Objekts.
Nutze die Tabellen deshalb als Orientierung. Für deine Entscheidung zählt anschließend immer die konkrete Immobilie.
Fazit: Wo lohnt sich ein Immobilienkauf noch?
Wohnungen bieten derzeit eher Chancen für Käufer, weil die steirischen Durchschnittspreise seit 2021 leicht sanken. Besonders Bestandswohnungen können mehr Verhandlungsspielraum bieten.
Häuser außerhalb von Graz ermöglichen oft mehr Wohnfläche für dasselbe Budget. Allerdings solltest Du Sanierungen und Fahrtkosten vollständig einrechnen.
Grundstücke bleiben die schwierigste Kategorie. Sie verteuerten sich stark, während Graz und mehrere Tourismusgemeinden besonders hohe Preise erreichen.
Ein Kauf lohnt sich daher nicht automatisch in der billigsten Region. Er lohnt sich dort, wo Kaufpreis, Alltag und langfristige Finanzierung zusammenpassen.








