Graz Museum Schlossberg soll zur ersten Anlaufstelle aller Schloßberggäste werden

Das Graz Museum Schlossberg öffnet am 12. und 13. September erstmals für Besucher. Das Museum soll zur ersten Anlaufstelle aller Schloßberggäste werden. Für Bürger und Touristen gleichermaßen. Rund 1,5 Millionen Menschen besuchen den Schloßberg jährlich und sollen von nun an Einblicke in die Geschichte des Schloßbergs erhalten.

Im Mittelpunkt des Museums steht die Wechselbeziehung zwischen Stadt und Berg. In vier Bereichen und unterschiedlichen Formaten erzählt das Graz Museum Schlossberg die Geschichte des Schloßberges und seine Bedeutung für die Stadt.

Die vier Bereiche im Museum am Schloßberg

Ansichtspostkarte Kanonen in der Kanonenhalle am Schloßberg
Ansichtspostkarte Kanonen in der Kanonenhalle am Schloßberg, Foto © Graz Museum
  • Der Wundergarten mit schattenspendenden Hainbuchen: Kinder können auf Entdeckungsreise gehen und die Geschichten der Fabelwesen erkunden, die am Schloßberg beheimatet sind. Hinter den mythischen Figuren des „Wappen­Panthers“, des „Steinernen Hundes“, des „Elefanten“ und des „Löwen“ verbergen sich Wünsche, Ängste und Fantasien ihrer jeweiligen Entstehungszeit: männlicher Machtanspruch, ungarische Vormachtstellung, osmanische Bedrohung und stolze Schloßbergverteidigung.
  • Graz-Blick: Die schönste und weiteste Aussicht auf Graz und seine Umgebung bietet die Kanonenhalle der Stall- oder Kanonenbastei. Zusätzlich kann im Graz Museum Schlossberg die Stadt quasi als Stadtmodell historisch interpretiert werden: Auf einem großen interaktiven Bildschirm wird das Rad der Zeit von Schlüsseljahr zu Schlüsseljahr zurückgedreht, und man taucht in das jeweilige historische Stadtbild ein. Im „Graz-Blick“ lassen sich die Veränderungen des Stadtbilds über die Jahrhunderte im Schnelldurchlauf nachvollziehen.
  • Geschichts-Parcours mit wichtigen Schloßbergbauten und Denkmäler: Im  ehemaligen Kanonierhaus werden die „Schlossberg­Monumente“ mit faszinierenden Exponaten in ihren historischen Zusammenhängen dargestellt. Der Parcours führt vom Herrschersitz und Bollwerk der Vergangenheit über Napoleons Belagerung bis zum Landschaftsgarten und Natur- und Freizeiterlebnis von heute.
  • Schlossberg-Story: Die Kasematte unter der Stall- oder Kanonenbastei – ein gigantischer Raum, geschützt durch meterdicke Mauern – ist im Graz Museum Schlossberg durch den Einbau eines Liftes erstmals barrierefrei zugänglich. Dort, im Inneren des Bollwerks, veranschaulicht die audiovisuelle „Schlossberg-Story“ rund um ein spektakuläres transparentes Schloßbergmodell die Geschichte des Berges. Die multimediale Show gibt auch Einblick in das Innere des Berges mit dem Türkenbrunnen und dem über sechs Kilometer langen Stollensystem.

Pre-Opening im Schloßbergmuseum

Opening Schlossbergmuseum
Kulturstadtrat Günter Riegler, Otto Hochreiter (Direktor GrazMuseum), FPÖ-Klubobmann Armin Sippel, Sibylle Dienesch (Vizedirektorin GrazMuseum), Bundesministerin Christine Aschbacher, Landesrat Christopher Drexler (v. l.), Foto Stadt Graz/Fischer

Für GrazMuseum-Direktor Otto Hochreiter ist es „ein ganzer großer Tag und ein denkbarer Moment“, wie er beim Pre-Opening betonte. Bereits 2013 nahm die Museums-Konzeption unter dem damaligen Stadtrat Gerhard Rüsch, der sich auch unter den Gästen befand, ihren Anfang. Unter der nunmehrigen Ära von Kulturstadt Riegler fiel schließlich der Beschluss, das Projekt zu realisieren. Hochreiter dankte allen Beteiligten – von dem Team rund um Chefkuratorin Martina Zervonik, über die Projektleiterin Sybille Dienesch (Vizedirektorin GrazMuseum) bis hin zu den Architekten – „für deren unglaublichen Einsatz und die Genauigkeit, ohne die das Museum heute wohl nicht das wäre, was es ist.“ Alle Gestalter kommen aus oder arbeiten in Graz.

Kulturstadtrat Günter Riegler teilte die Begeisterung für das neue Museum am Grazer Hausberg:

Wir wollten die Gelegenheit nutzen und an diesem Ort eine möglichst authentische Geschichte erzählen. Gerade in Zeiten, in denen wieder Kriege aufkommen, sei das wichtig.

Dabei hatte man Hochreiters Konzept – entgegen aller Widerstände – eins zu eins übernommen. Es habe eine „bedeutende Gruppe von Meinungsbildnern“ gegeben, die sich ein klassisches Garnisonsmuseum gewünscht habe, erinnerte sich Riegler zurück. Nach intensiver dreieinhalbjähriger Zusammenarbeit mit dem GrazMuseum-Direktor eröffne man an einem „historischen Tag“ nun ein Museum, das die vielfältigen Facetten des Schloßbergs darstellt. Schließlich ist der Grazer Hausberg schon lange mehr als nur eine militärische Festungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die steirische Landesregierung stellt dem Graz Museum Schlossberg bereits jetzt ein gutes Zeugnis aus. Christopher Drexler, Landesrat für Kultur, Europa, Sport und Personal, gratulierte zur gelungenen Ausstellung.

Der Schloßberg ist für jeden Grazer etwas Besonderes. Der Platz, an dem das Museum nun steht, sei immer ein „Mysterium“ gewesen. Irgendwie musste dieser Platz wachgeküsst werden.

betonte Drexler. Das sei nun schließlich gelungen. Zudem beobachtete der Landesrat einen „Hunger an Kunst und Kultur, der sich in den letzten Monaten aufgestaut hat“.

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